``Concordia Eichen``

Chorgesang seit über 175 Jahren

Ursprünglich als reiner Männerchor gegründet ist der Verein mit seinen Chören ein fester Bestandteil im Gemeinwesen von Eichen und Nidderau. Vor über 10 Jahren hat man die Zeichen der Zeit erkannt und einen Gemischten Chor gebildet, der sich seitdem zu einem ebenso starken und niveauvollen Chor entwickelt hat. Die Frauen haben sich als belebendes Element erwiesen und sind aus dem Verein nicht mehr wegzudenken.

Unser Männerchor zählt aktuell 40 Sänger, der Gemischte Chor singt mit 40 Frauen und Männern. Die Sängerinnen und Sänger kommen nicht nur aus Eichen, sondern auch aus anderen Stadtteilen Nidderaus sowie aus Nachbarkommunen, z.B. Düdelsheim, Altenstadt, Kaichen

In unserem Kinderchor „Concordinis“ singen zurzeit etwa 32 Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren. Unsere beiden Leiterinnen Margit Störkel und Alexandra Laubach betreuen mit großem Engagement, musikalischem Können und auch mit reichlich Geduld diese lebhafte Gruppe von Kindern, die begeistert singen und mit Spaß bei der Sache sind. Die Kinder- und Jugendarbeit ist ein wichtiger Bestandteil in unserem Verein. Hier leisten wir ein Stück musikalischer Früherziehung und eröffnen damit jungen Menschen den Zugang zur Musik und zum Gesang.

Wir sind eine gewachsene, intakte Gemeinschaft. Altersunterschiede, unterschiedliche Berufe, ob Handwerker oder Akademiker, spielen keine Rolle – es zählt nur der Mensch und wie er sich in die Gemeinschaft einbringt. Wir pflegen unser Hobby und sind mit dem notwendigen Ernst bei der Sache, aber auch der Humor und die Geselligkeit kommen bei uns nicht zu kurz.

Man kann bei uns von jungen Jahren bis ins hohe Alter aktiv in einer Gemeinschaft mitwirken. Hier sehen wir einen Vorteil gegenüber manch anderen Hobbys und Vereinen. Irgendwann ist man dort nicht mehr aktiv, ist nur noch zahlendes Mitglied, nimmt nicht mehr am Geschehen teil. Immer wieder betonen ältere Sängerinnen und Sänger, wie wertvoll es ist, dass man noch in reiferen Jahren zusammen mit Jüngeren aktiv sein kann, dass man gebraucht wird, wie viel Kraft und Lebensfreude man daraus schöpfen kann, wie viel Freude das Singen bereitet und oftmals auch, wie gut es tut, wenn man beim Singen einmal Sorgen und Nöte vergessen kann.

Entscheidend für die Zukunft der Concordia wird sein, dass es gelingt alle Chöre weiter zu entwickeln. Im Bereich der Erwachsenen gilt das gleichermaßen für den Gemischten wie für den Männerchor. Wir bieten Frauen und Männern die Möglichkeit, in einem Chor zu singen und wir erweitern dadurch die gesangliche und musikalische Bandbreite. Denn darin liegt der Schlüssel für einen erfolgreichen Fortbestand des Vereins.

In unseren traditionellen Gesangvereinen schieben wir gerne das Argument vor, dass niemand mehr singen will. Sieht man aber genauer hin, stellt man fest, dass dies so nicht stimmt – es fällt auf, dass sich zahlreiche neue Chöre bilden. Wir haben in Eichen und in Nidderau dafür gute Beispiele – aber auch die vielen Projekte für Chormusik und moderne Musicalinszenierungen haben regen Zulauf. Diese Beispiele zeigen: es kommt auf die Chorliteratur und deren Interpretation an, ob man damit Menschen begeistern und gewinnen kann – und damit entscheidet es sich, ob jemand im Chor singen will oder nicht.

Für einen traditionellen Verein wie die Concordia besteht dabei eine schwierige Gradwanderung zwischen dem Anspruch, die klassische Chormusik zu pflegen, und dem Wunsch, moderne Chorliteratur einzustudieren. Diese wird sehr oft in anderen Sprachen gesungen, ist aber offensichtlich eher geeignet, jüngere Menschen für den Gesang zu begeistern.
Die Veränderungen in der Gesellschaft, die dieser Entwicklung zugrunde liegen, sollte man nicht verteufeln, sondern sie akzeptieren und lernen, damit umzugehen. Die Jugend ist weltoffen, spricht Fremdsprachen, wird zu globalem Denken erzogen und ausgebildet, sie hat über die neuen Medien Zugang zur Musik der ganzen Welt.

Gleichwohl ist es aber wichtig, nicht blindlings jedem Zeitgeist zu folgen. Erfolg versprechend ist vielmehr, dass ein Chor authentisch bleibt, für sich eine Linie findet und gute Chormusik bietet, gleich aus welcher Epoche und egal in welcher Sprache, mit einer modernen Interpretation und in möglichst hoher Qualität. Nur so wird es auf Dauer den Sängerinnen und Sängern am meisten Spaß bereiten und damit wird man das Publikum überzeugen.

Wir haben mit Hubert Reuter einen hervorragenden und weithin anerkannten Chorleiter. Er erkennt die Zeichen der Zeit, sieht die Entwicklungen in der Chormusik und zieht die richtigen Schlüsse daraus. Dabei nutzt er die ganze Bandbreite der Chormusik, von klassischen Chorwerken, erhaltenswerten deutschen Volksliedern über internationale Folklore bis hin zu zeitgenössischen Werken, immer öfter auch mit Elementen aus der modernen Rock- und Popmusik. Mit ganzer Kraft, seiner Kreativität, seinem Können und seiner Erfahrung, auch auf internationaler Ebene, setzt er sich dafür ein, unsere Chöre attraktiv zu gestalten – für die Zuhörer und ganz besonders natürlich für die aktiven Sängerinnen und Sänger.

Wir sind stolz auf die zurückliegenden 175 Jahre, wir sind zuversichtlich, dass wir mit unserer „Concordia Eichen“ auf dem richtigen Weg sind und wir freuen uns auf eine klangvolle Zukunft mit und in unserem Verein.

Gerhard Reichhold